DM-Münzen: Wert, seltene Jahrgänge und Umtausch bei der Bundesbank
Die meisten D-Mark-Münzen wurden zu Hunderten Millionen geprägt und sind heute vor allem ihren Umtauschwert wert: Die Bundesbank tauscht DM-Münzen gebührenfrei und ohne Frist zum Kurs von 1,95583 DM je Euro um. Interessant für Sammler sind kleine Auflagen wie die Jahrgänge 1997–2001, 5-DM-Gedenkmünzen aus Silber und die 1-DM-Goldmünze von 2001.
- Umtausch
- Bundesbank, gebührenfrei, ohne Frist, 1 € = 1,95583 DM
- Nicht umtauschbar
- 2 DM 1. Ausgabe (1951), außer Kurs seit 1. Juli 1958
- Umlaufprägung
- 1948 bis 1996; 1997–2001 nur noch Sammlerserien
- Prägezeichen
- D München, F Stuttgart, G Karlsruhe, J Hamburg; A Berlin ab 1. Juli 1990
- Silber
- 5-DM-Gedenkmünzen bis 1979: 625/1000 Silber, 11,2 g
Zuerst: der Umtauschwert
Bevor es um Sammlerpreise geht, lohnt ein Blick auf den sicheren Wert. Laut Bundesbank ist der Umtausch von DM-Münzen und -Banknoten gebührenfrei und ohne betragliche oder zeitliche Begrenzung möglich – in jeder Filiale während der Öffnungszeiten oder per Post an die Filiale Mainz mit dem Formular „Umtausch von DM in Euro“. Der amtliche Kurs beträgt 1 Euro für 1,95583 DM. Ab einem Gegenwert von 15.000 Euro sollen Sie sich vorher bei der Bundesbank melden.
Es gibt Ausnahmen: Die 2-DM-Münze der 1. Ausgabe (Prägejahr 1951, außer Kurs seit 1. Juli 1958) wird nicht umgetauscht, ebenso wenig Geld aus der Zeit vor dem 20. Juni 1948 oder Mark der DDR. Für alle übrigen Bundesmünzen gilt: Eine gewöhnliche, abgegriffene Münze aus einem Jahrgang mit hoher Auflage ist in aller Regel genau diesen Umtauschwert wert.
Warum die meisten DM-Münzen häufig sind
Die Prägestatistik der Bundesbank zeigt die Größenordnungen. Allein für 1990 wurden 650 Millionen 1-Pfennig-Stücke und 700 Millionen 10-Pfennig-Stücke geprägt. Auch in den 1950er-Jahren lagen die Aufträge für 1-Pfennig-Stücke zwischen 100 und 400 Millionen pro Jahr. Solche Mengen machen eine einzelne Münze nicht knapp, egal wie alt sie ist.
Bank deutscher Länder: die ersten Prägungen 1948–1950
Von 1948 bis 1950 hatte die Bank deutscher Länder das Münzausgaberecht. Mit dem Gesetz über die Ausprägung von Scheidemünzen vom 8. Juli 1950 ging es auf den Bund über; seitdem tragen alle Münzen die Umschrift „Bundesrepublik Deutschland“. Münzen mit der Aufschrift „Bank deutscher Länder“ stammen also aus der Anfangszeit. Häufig sind sie trotzdem: Die Bundesbank nennt für die BdL-Aufträge etwa 250 Millionen 1-Pfennig-Stücke (1948), 400 Millionen (1949) und 360 Millionen 10-Pfennig-Stücke (1949). Bei solchen Stücken entscheiden Erhaltung und Prägestätte über das Sammlerinteresse.
Jahrgänge mit kleinen Auflagen
Die Tabelle nennt Beispiele aus der Prägestatistik der Bundesbank. Für die Jahre bis 1965 handelt es sich um die Soll-Mengen der erteilten Prägeaufträge; die Jahreszahl auf der Münze entspricht laut Bundesbank grundsätzlich dem Auftragsjahr.
| Münze | Jahr | Auflage (alle Prägestätten) |
|---|---|---|
| 5 DM (Umlaufmünze) | 1955, 1959, 1960 | je 4 Millionen |
| 2 DM Max Planck | 1959 | 5 Millionen |
| 50 Pfennig | 1955 | 13 Millionen |
| 1 DM | 1960 | 15 Millionen |
| 5 Pfennig | 1958 | 20 Millionen |
| jedes Nominal 1 Pf bis 5 DM (bei 2 DM je Motiv) | 1997, 1998, 1999 | je 350.000 (70.000 je Prägestätte) |
| jedes Nominal (bei 2 DM je Motiv) | 2000 | je 385.000 |
Die auffälligsten Zahlen stehen ganz unten: Laut Bundesbank wurde die Produktion für den Zahlungsverkehr 1996 eingestellt. Von 1997 bis 2001 entstanden DM-Münzen nur noch in geringen Mengen für die Sammlerserien, in Stempelglanz und Spiegelglanz. Eine Münze mit Jahreszahl 1997 bis 2001 stammt deshalb ursprünglich aus einer solchen Sammlerserie.
2 Pfennig: Bronze oder Stahl?
Die 2-Pfennig-Münze gibt es laut Bundesbank in zwei Materialien: Die 1. Serie (im Umlauf seit 1950) besteht aus einer Kupferlegierung aus Kupfer, Zinn und Zink und wiegt 3,25 g. Die 2. Serie (im Umlauf seit 1968) hat einen Stahlkern mit beidseitiger Kupferauflage und wiegt 2,90 g. Ein Magnet zieht nur die Stahlkern-Stücke an; eine Feinwaage bestätigt das Ergebnis. Passt das Material nicht zum Jahrgang, kann es sich um eine Prägung auf falscher Ronde handeln. Solche Stücke werden auch gefälscht oder nachträglich verändert und gehören vor einem Verkauf in die Hände eines Experten.
5 DM: Silber bis in die 1970er
Die 5-DM-Umlaufmünze der 1. Ausgabe bestand aus einer Silber-Kupfer-Legierung (11,2 g) und ist seit 1. August 1975 nicht mehr im Umlauf; die 2. Ausgabe aus Magnimat wiegt 10 g. Bei den 5-DM-Gedenkmünzen nennt die Bundesbank für die Ausgaben von 1952 bis „150 Jahre Deutsches Archäologisches Institut“ (1979) eine Legierung aus 625 Tausendteilen Silber und 375 Tausendteilen Kupfer bei 11,2 g, also rund 7 g Feinsilber. Ab der Münze „Otto Hahn“ (Jahreszahl 1979, ausgegeben 1980) bestehen sie aus Kupfer-Nickel mit Nickelkern und wiegen 10 g.
Die frühen Silber-Gedenkmünzen haben die kleinsten Auflagen: Germanisches Museum (1952), Schiller (1955), Markgraf von Baden (1955) und Eichendorff (1957) je 200.000 Stück, Fichte (1964) 500.000. Ab Mitte der 1960er stiegen die Auflagen auf mehrere Millionen, in den 1970er-Jahren überwiegend auf 8 Millionen. Bei häufigen Silbermünzen richtet sich der Wert vor allem nach dem Silberpreis.
Die 1-DM-Goldmünze von 2001
Zum Abschied von der D-Mark gab die Bundesbank am 26. Juli 2001 eine 1-DM-Münze aus Feingold (999,9/1000) heraus: 12 g, 23,5 mm, eine Million Stück, je 200.000 aus allen fünf Prägestätten in Stempelglanz. Statt „Bundesrepublik Deutschland“ trägt sie die Umschrift „Deutsche Bundesbank“. Die Bundesbank verkaufte sie zum Goldpreis zuzüglich eines Aufschlags für die Herstellung; ihr Materialwert folgt bis heute dem Goldpreis.
Prägezeichen finden
DM-Münzen wurden in München (D), Stuttgart (F), Karlsruhe (G) und Hamburg (J) geprägt; die Münze Berlin (A) wurde laut Bundesbank ab 1. Juli 1990 einbezogen. Ein „A“ auf einer DM-Münze deutet also auf einen Jahrgang ab 1990. Bei den 2-DM-Münzen ab 1990 steht laut amtlicher Bekanntmachung die Jahreszahl über dem Adlerkopf und das Münzzeichen unterhalb des rechten Adlerfangs.
So prüfen Sie Ihre DM-Münzen
- Sortieren: Nominal, Jahreszahl und Prägezeichen notieren.
- Auflage nachschlagen: In der Prägestatistik der Bundesbank sehen Sie, ob der Jahrgang Millionen oder nur Hunderttausende umfasst.
- Material prüfen: Magnet und Waage bei 2 Pfennig; Gewicht 11,2 g bei silbernen 5-DM-Stücken.
- Erhaltung ansehen: Stempelglanz oder Spiegelglanz aus Sätzen ist gefragter als abgegriffene Umlaufstücke.
- Scannen: Fotografieren Sie beide Seiten mit Coin Scanner. Die App erkennt Nominal, Jahr und Prägezeichen und zeigt eine geschätzte Wertspanne.
- Rest umtauschen: Was kein Sammlerstück ist, bringt bei der Bundesbank sicher den Umtauschwert.
Was den Wert bestimmt
Die Bundesbank selbst nennt keine Sammlerwerte und verweist auf Münzkataloge, betont aber, dass deren Angaben nur Richtwerte sind und vor allem vom Zustand der Münze abhängen. Entscheidend sind die Auflage, die Erhaltung, die Ausführung (Spiegelglanz, Stempelglanz, Originalsatz), echte Prägefehler und bei Silber und Gold der Metallwert. Lassen Sie mutmaßlich seltene Stücke von einem Fachhändler oder Prüfdienst begutachten; mehr zu Fehlern lesen Sie unter Fehlprägungen erkennen, zu modernen Raritäten unter seltene 2-Euro-Münzen.
Häufige Fragen
Kann man DM-Münzen noch umtauschen?
Ja. Die Deutsche Bundesbank tauscht DM-Münzen und -Banknoten gebührenfrei und ohne zeitliche oder betragliche Begrenzung zum Kurs von 1 Euro = 1,95583 DM um, in allen Filialen oder per Post über die Filiale Mainz. Ausgenommen ist unter anderem die 2-DM-Münze der 1. Ausgabe von 1951.
Welche DM-Münzen sind selten?
Vor allem die Jahrgänge 1997 bis 2001: Laut Bundesbank wurden DM-Münzen ab 1997 nur noch in kleinen Mengen für Sammlerserien geprägt, 1997 bis 1999 je Nominal 350.000 Stück (bei 2 DM je Motiv). Dazu kommen frühe 5-DM-Gedenkmünzen mit 200.000 Stück und Stücke in Spiegelglanz.
Welche 5-DM-Münzen sind aus Silber?
Die 5-DM-Umlaufmünze der 1. Ausgabe (Silber-Kupfer-Legierung, 11,2 g, bis 1975 im Umlauf) und die 5-DM-Gedenkmünzen von 1952 bis zur Ausgabe „150 Jahre Deutsches Archäologisches Institut“ 1979 aus 625er Silber. Ab „Otto Hahn“ bestehen die Gedenkmünzen aus Kupfer-Nickel.
Wie erkenne ich eine 2-Pfennig-Münze aus Bronze?
Die 1. Serie besteht aus einer Kupferlegierung und wiegt 3,25 g, die 2. Serie seit 1968 aus Stahl mit Kupferauflage und wiegt 2,90 g. Die Stahlkern-Münzen haften am Magneten, die Kupferlegierung nicht.
Ihre Münze in Sekunden prüfen
Coin Scanner erkennt eine Münze anhand von Fotos beider Seiten, liest Jahr und Prägezeichen und nennt eine geschätzte Wertspanne, damit Sie wissen, ob sich ein genauerer Blick lohnt.
Quellen
- Deutsche Bundesbank: Umtausch von DM in Euro (abgerufen 2026-10-13)
- Deutsche Bundesbank: Häufig gestellte Fragen zu DM-Münzen (abgerufen 2026-10-13)
- Deutsche Bundesbank: DM-Umlaufmünzen (Material, Ausgaben, Außerkurssetzung) (abgerufen 2026-10-13)
- Deutsche Bundesbank: Prägung von DM-Umlaufmünzen 1948–2001 gemäß erteilter Prägeaufträge (PDF) (abgerufen 2026-10-13)
- Deutsche Bundesbank: Übersicht über die Gedenkmünzen zu 5 DM (PDF) (abgerufen 2026-10-13)
- Deutsche Bundesbank: Pressenotiz zur 1-DM-Goldmünze, 15. Juni 2001 (PDF) (abgerufen 2026-10-13)
- Bekanntmachung über die Ausprägung von Bundesmünzen im Nennwert von 2 DM (1990), gesetze-im-internet.de (abgerufen 2026-10-13)
Weitere Ratgeber
- Seltene 2-Euro-Münzen: welche wirklich knapp sind und warumWelche 2-Euro-Münzen sind selten? Auflagen von Monaco, Vatikan, San Marino und Andorra im Vergleich zu deutschen Gedenkmünzen, plus Prägezeichen A–J.
- 1- und 2-Cent-Fehlprägungen: echte Prägefehler von Schäden unterscheiden1- und 2-Cent-Fehlprägungen erkennen: Stempelbruch, Doppelschlag, dezentrierte Prägung, Zainende, falsche Ronde – und was nur Umweltschaden oder Verfärbung ist.
- Rare 2 euro coins: which ones are actually scarceWhich 2 euro coins are rare? ECB mintages for Monaco, Vatican, San Marino and Andorra versus Germany's 30-million commemoratives, plus how to check yours.
- Euro cent errors: telling real mint errors from damageEuro cent errors explained: die cracks, double strikes, off-center strikes, clipped and wrong planchets, rotated dies, and why stains or damage are not errors.